Mittwoch, 26. April 2017

Girlfriend-Jeans...

Im April stand für meine Garderobe das Projekt Hose auf dem Programm. Dafür hatte ich mir die Girlfriend von Schnittherzchen heraus gesucht.


Der Wunsch nach einer solchen Hose bestand schon seit ca. 1,5 Jahren. Seitdem ich im Laden mal eine solche Hose an hatte. Sie saß echt super, allerdings ging die Hose nur bis zu den Knöcheln. Der Verkäufer meinte, das gehört so. Das mag sein. Aber ich mag knöchelfrei nicht leiden. Höchstens im Hochsommer, hochgekrempelt... Daher bleib die Hose im Laden und ich kaufte stattdessen das Schnittmuster "Girlfriend".


Und schob das Projekt lange, lange vor mich her. Die Kritiken waren eher so naja. Von vielen Anpassungen war die Rede. Davor hatte ich Respekt.
Und ja, viele Anpassungen waren nötig um zu dem Ergebnis zu kommen, welches ich euch heute zeige. Die Hose war am Poppes viel zu groß. Also viel, viel, viel zu groß. Gute 10 cm habe ich insgesamt an den unterschiedlichen Nähten weggenommen. Dabei hatte ich mich, wie im E-book beschrieben nach dem Hüftumfang gerichtet und mich, da ich zwischen zwei Größen stand, sogar für die kleiner entschieden.


Nach den Anpassungen rutschte sie zwar nicht mehr vom Po, aber es war die reinste Faltenlandschaft. Veränderte ich etwas an der einen Stellen, verschwanden die Falten um an einer andern Stelle wieder aufzutauchen... Immer und immer wieder. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben... Wahrscheinlich hätte ich das Projekt auf unbestimmte Zeit in die Ecke gepfeffert, wenn es nicht für das Mini-Garderoben-Projekt gewesen werde. Daher war aufgeben keine Option.


Da ich durch abstecken und neu heften nicht weiterkam, beschloss ich meinen eigenen Jeans-Schnitt drüber zu legen. In der Taille hätte ich die Girfriend eh nie getragen. Daher hatte ich schon gleich den Bund auf 6 cm Höhe gekürzt... Und weil ich eh schon am ändern war, habe ich am vorderen Schnittteil ca. 2 cm von der Höhe weggenommen. Die riesen Taschenöffnung sahen an mir einfach bescheiden aus. Und siehe da, da saß die Hose plötzlich. Sicherlich nicht perfekt, aber tragbar. Und sogar sehr angenehm tragbar. Daher habe ich ihr ihre Zickereien bei ihrer Entstehung schon (fast) wieder vergeben.


Die Taschen saßen nach den Anpassungen natürlich überhaupt nicht mehr an der richtigen Stelle. Also habe ich auch sie wieder abgetrennt. Und habe sie auf meine normalen Taschenposition gesetzt. Das ist ca. 5 cm höher als im Schnitt vorgesehen. Grundsätzlich würde ich euch eh empfehlen die Taschen erst festzunähen wenn die Hose fertig ist und auf eurer "Schmeichelposition" zu achten.

Endlich konnte ich mich an den schönen Teil des Projektes - den  Details - machen. Ich entschloss mich für Ziernähte mit Jeansgarn in blau und Akzentnähte in beige.


Die vorgesehenen Gürtelschlaufen waren mir zu breit. Also habe ich die Breite der Schlaufen einer Kaufhose abgenommen und die Größe vor dem annähen mit meinen Gürtel getestet.
Außerdem noch ein bisschen aufgepimpe mit kupferfarbene Nieten und Knöpfe...

Und zuletzt ein SnapPap-Blanko-Label. Wie bei echten Jeanshosen eben...

Auch wenn mich die Jeans beim Nähen wirklich sehr geärgert hat, gibt es auch ein paar Punkte die durchs ganz gut waren. Z.B. hat die Beinbreite bei mir gut gepasst. Sie sitzt körperbetont, aber deutlich lockerer als die engen Jeans die ich sonst trage. Und nachdem ich sie jetzt ein paar Tage getragen habe, hat der Jeansstoff noch mehr nachgegeben... So soll das doch bei Girlfriendhosen. Sagt zu mindest das Internet ;-)


Auch die Beinlänge ist gut. Sie ist im E-book mit 32" angegeben. Ich habe sie auf meine üblichen 34" zuzüglich Saum verlängert und finde die Länge passt so.


Und was mir auch noch gut gefallen hat, ist der Bund. Den hatte ich ja in der Höhe reduziert. Und er saß von Anfang an recht gut. Damit er wirklich schön in meinem Hohlkreuz anliegt, habe ich die Seitennaht des Bundes noch einmal geöffnet und vom hinteren Teil im oberen Bereich noch mal ein bisschen was weggenommen. So sitzt sie hinten optimal.


Mit der Girlfriend füllt sich nun das Feld „Hose“ in meinem Mini-Garderoben-Übersicht. Weiter sollte es eigentlich mit dem Jumpsuit gehen. Dafür fehlt mir allerdings noch der richtige Stoff. Und auf Schnittgebastel habe ich nach dem Jeansdrama aktuell wenig Lust. Dehalb werde ich wahrscheinlich die Shorts vorziehen.. Mal sehen...



Verlinkt mit MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing, Ich nähe mir meine Mini-Garderobe2017
Stoff: Jeans-Stoff, Stoffmarkt Coupon
Schnitt: Girlfriend, Schnittherzchen


Dienstag, 11. April 2017

Mein kleiner Michel...

Heute gibt es nur einen schnellen Post von mir - das Äffchen ist (mal wieder) krank...
Mir ist aufgefallen, dass ich euch noch gar nicht sein Hemd gezeigt habe. Dabei trägt er es sooo gerne.
Wenn er es trägt, läuft er immer ganz stolz rum und sagt: "Schau mal Mama, wie chic ich heute bin"
Und er hat recht, finde ich. Er sieht darin zum knutschen, ääähhh chic meine ich natürlich, aus.... Wie der kleine Michel von Lönneberga...

Ich weiß, unscharf, aber das Bild musste sein...


Vor allem, wenn seine Haare etwas länger sind (und er wieder dringend zum Frisör müsste) und er seine heiß geliebte Apfel-Wende-Kappe trägt. Die hat er sich zum Geburtstag von mir gewünscht. Eine seite oliv-grüner Feincord mit Apfel-Appli und die andere Seite mit echten "retro" Äpfeln.


Aber zurück zum Hemd...
Wie beim Hemd vom Räupchen habe ich den Schnitt Lenni aus der Ottobre 6/12 als Grundschnitt genommen. Auch hier habe ich auf den Kragen verzichtet und die durchgehende Knopfleiste zu einer kurzen Knopfleiste umgebastelt. Und natürlich hat es auch Riegel zum hochkrempeln...
Lenni fällt Breit aus. Daher habe ich es in 104er Breite und 116er Länge (Ärmel in 110) genäht.


Außerdem habe ich die Punkte geändert, die mir am ersten Hemd nicht so gut gefallen haben.
So ist der Steg nur noch 1,5 cm hoch. Die Falten im Rücken nicht mehr rechts und links außen, sondern zusammen in der Mitte und die Passe hinten ist gedopplet.



Ich finde, der Aufwand ein Kinderhemd zu nähen hat sich gelohnt, oder? Alleine schon für dieses, „Mama, schau mal wie chic ich bin“....<3 <3 <3



Verlinkt mit: CreaDienstag, KiddiKram, Made4Boys, für Söhne und Kerle
Stoff:Baumwoll-Webware von Stoff & Stil
Schnitt: Lenni, Ottobre 2/12

Montag, 3. April 2017

Cambag Tessa geht auch für Männer...

... behaupte ich jetzt mal tollkühn. Zu mindest habe ich eine für den Mann zum Geburtstag genäht.
Er hatte sich - oh, wunder! - eine Schutzhülle für seine kleine Pocketkamera gewünscht. Und wenn mein Mann mal ein Wunsch äußert, dann erfülle ich ihn den sehr gerne. Denn seine Standard-Antwort auf, was wünschst du dir, ist: "nix"...

Die Stoffwahl war diesmal unglaublich einfach. Ich hatte gar nicht speziell nach einem Stoff für die Kameratasche gesucht, sondern eigentlich nach dem passenden Futterstoff zu meinem Victoria Blazer und da war lag er. Der perfekte Stoff. Oder was könnte besser zu einer Kamera passen als die große weite Welt?

Der Stoff ist ein wunderbar weicher Baumwollstoff mit Rapporten aus China, Amerika und Australien/Neuseeland. Und zu Neuseeland haben wir eine ganz besonder Verbindung... Könnte kaum besser passen, nicht?


Eigentlich war die Tasche komplett aus dem Baumwollstoff geplant. Und eigentlich wollte ich den Schnitt basteln, aber dann kam Resa mit ihrer Cambag Tessa um die Ecke. Genau diese Form hatte ich mir für die Tasche vorgestellt! Also kurzer Hand zum Probenähen beworben und Glück gehabt.

Damit die Tasche pünktlich zum Geburtstag fertig ist, habe ich mit ihr begonne. Meine rote Tessa war das zweite Modell. Auch hier habe ich wieder Größe 2 genäht. Denn so passt die kleine Pocketkamera, Portmonnaie, Handy und Schlüssel locker rein. Auf das Außenfach habe ich auf Wunsch des Mannes verzichtet. Den hatte ich nämlich im Vorfeld den Taschenschnitt vorgelegt, um sein ok gebeten und die Größe abgesprochen. Alles andere war geheim.


Also auch die Kombination mit dem olivgrünen Feincord und der dunkelbraunen Lederpaspel.

Den Gurt habe ich mit einer Lederlasche an den Rechteckring genäht. Der Gurt ist ebenfalls aus dem Feincord. Hier habe ich noch ein Kunstlederband auf genäht. Passend zu der Paspel...


Und zur Echtleder-Schleife an dem silber-metallisierten Reißverschluss von Snaply...


Das Futter ist übrigens auch aus dem grünen Feincord. Das ließ sich jedoch nicht fotografieren...
Apropos Futter...
Mein Mann wollte die Tasche gerne etwas gepolstert haben. Daher habe ich die Tasche drei mal genäht. Einmal Futter, einmal mit den Resten Thermolam vom Hipster-Rucksack und einmal der Oberstoff.
Der Oberstoff ist verstärkt mit Schabracke. Keine gute Idee. Das Zeug gibt zwar einen 1 A Stand, ist jedoch viel zu steif um ordentlich um die Rundung zu kommen und beim Wenden knittert er fürchterlich. Zum Glück ließ es sich durch bügeln wieder etwas beheben.
Jedoch war ich so mit dem Gezerre an dem steifen Zeug beschäftigt, dass ich nicht richtig auf die Schnittmarken geachtet habe. Tja, jetzt sitzt der Gurt unterschiedlich hoch...


Der Mann hat's bisher nicht bemängelt...
Die Tasche ist bei weitem nicht perfekt, dafür mit viel Liebe, Schweiß und Blut...

Auch wenn das auf dem Bild nicht mein Mann, sondern mein Schwager ist- ihr entsinnt euch, die Tasche war geheim,finde ich, dass sie meinem Mann sehr gut steht und durchaus männertauglich ist. Oder was sagt ihr? Damit kann sich Mann doch auf die Straße trauen, oder?

Verlinkt mit: CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Söhne und Kerle, Taschen & Täschchen
Stoff: Eclectic Elements Expedition Multi" von Jim Holtz über Delta Fabrics, grüne Feincord Stoffmarkt, Reißverschluss von Snaply
Schnitt: Cambag Tessa von CreaResa

Donnerstag, 30. März 2017

Cambag Tessa...

Letzte Woche gab es auf Instagram schon den Teaser für die Cambag Tessa von CreaResa zu sehen. Allerdings war es das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann. Dem gefällt die Tasche aber so gut, dass er sie nicht an mich antreten mag. Pffffft... Und weil ich ein bisschen neidisch war, hab ich auch eine für mich genäht. In knallrotem Kunstleder.



Dafür ohne Schischi... Ok, fast. Das quastenähnliche Ding am vorderen Reißverschlussfach konnte ich mir nicht verkneifen...



Und anstatt den Träger einfach an den Karabiner zu nähen, habe ich sie mit Buchschrauben befestigt. Die passen einfach toll zu den silbernen Reißverschlüssen von snaply... Allgemein war ich begeistert wie toll das rote Kunstleder und das Rot der Reißverschlüsse zusammen passt.



Genäht habe ich übrigens die Größe 2. Das ist für mich die perfekte Größe. Es passt Portemonnaie, Handy, Schlüssel und die Sonnenbrille rein. Mehr brauche ich nicht, wenn ich nicht ins Büro muss...



Die Tasche benötigt übrigens relativ wenig Stoff. Ich hatte ein 50 x 70 cm großes Kunstlederstück. Wie ihr seht, ist die komplette Außentasche inkl. Gurt und Gehänge draus entstanden und ich habe noch etwas übrig... Die Tasche ist daher super, um auch besondere Stoffschätze, wie es einige andere Probenäherinnen gemacht haben, in Szene zu setzten. 
Oder auch Reste zu verwerten. So habe ich z.B. die Reste von meiner LMV-Flamingo-Bluse für das Futter verwendet. Auch hier hat das Rot einfach perfekt gepasst und ich hab gleich eine optimale Kombinationsmöglichkeit zur Tasche...



Was gibt es ansonsten noch zur Cambag Tessa zu sagen?
Bei meiner Tasche habe ich mich exakt ans E-book gehalten (bei der meines Mannes nicht) und ich hatte keine Probleme beim Nähen. Dabei bin ich absolut keine geübte Taschennäherin.
Sicher, mal muss akurat arbeiten und sollte schon mal einen Reißverschluss eingenäht haben oder zu mindest einen Oberstoff wählen, der Fehlstiche und Auftrennarbeiten verzeiht. Aber ansonsten birgt der Schnitt keine übermäßigen Schwierigkeiten. Das E-book wirklich super gut erklärt. Und alle, ohne Ausnahme, haben tolle Taschen zustande gebracht.


Traut euch einfach!
Den Schnitt erhaltet ihr noch bis zum 11. April 2017 zum Vorzugspreis bei Resa im Shop.

Verlinkt mit Rums, Taschen und Täschchen
Schnitt: Cambag Tessa, CreaResa
Stoff: hochrotes Kunstleder von Swafing über Stofftanten, Futter Bestand, Reißverschlüsse von Snaply, sonstiges Zubehör vom Stoffmarkt

Und da nun auch schon der März fast zu Ende ist, quasi 1/4 Jahr, wird es Zeit ein Blick auf meine Stoffabbau-Statistik zu werfen:
Vernähte Meter: -12,3 m
Neu gekaufte Stoffe: + 13,8 m
Stand Stoffkiste somit: +1,5 m
Stand Upcycling Kiste: - 4 Teil 

Läuft nicht so würde ich sagen...


Mittwoch, 29. März 2017

Victoria Blazer...

 Wisst ihr womit mein Pinterest-Board voll ist? Mit legeren Blazer-Looks. Sprich Blazer, lockeres Shirt und Boyfriend / Usedlook-Jeans. Jetzt könnt ihr raten was sich nicht in meinem Kleiderschrank befindet... Genau. Weder ein Blazer, noch eine solche Hose.
Nach Blazern habe ich schon öfters gesucht und bin nie fündig geworden. Mein Körperbau ist einfach nicht für gemacht. Zu breiter Rücken, zu wenig Brust, zu lange Spaghettiarme...
Beruflich muss ich zum Glück keine Blazer tragen. Die meisten die mir bisher begegnet sind, sind mir einfach zu formell. Mir schwebt da was deutliche legeres vor.

 
Fündig geworden bin ich letztendlich bei by hand London mit dem Victoria Blazer. Ich mag den kastigen Schnitt, die Taschen, das gerade Revers und ganz besonders die Manschetten! Der Schnitt kommt in drei Versionen daher. In kurz (bis ca. Taille), in lang (bis ca. Mitte Hüftknochen) und als lange Weste.


Die kurze Version hatte ich schon im Sommer zu meinem Tanja-Kleid genäht. Daher barg der Schnitt keine Überraschungen mehr. Aber da war das Jäckchen nur Beiwerk und ich bin nicht groß drauf eingegangen. Das möchte ich heute, wenn ich euch meine lange Version vorstelle, nachholen.

Der Schnitt war mein erstes englisches Schnittmuster und ich hatte gehörig Respekt! Mein englisch ist unterirdisch und näh-englisch nicht vorhanden. Und dann noch ein Blazer... Aber die Angst war völlig unbegründet. Die Arbeitsschritte sind mit technischen Zeichnungen gut bebildert. So war es zu mindest letztes Jahr. Da gab es den Schnitt noch auf Seidenpapier und wunderhübschen Booklet...Heute erhält man ihn leider nur noch als PDF... An der Anleitung wird sich sicherlich nicht so viel geändert haben...

Anfangs war ich sehr irritiert über die beiden Vorderteile und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich das zusammenfügen soll. Aber hinter dem sonderlichen Gebilde verbirgt sich nichts anders als ein Abnäher...


Hier auf dem Foto kann man ihn gut erkennen.


An die Vorderteile des Oberstoffes wird der Kragen angesetzt. In diesem Fall nichts anderes als ein Rechteck, welches im Bruch gefaltet, an den kurzen Seiten zugenäht wird. Also ziemlich simpel... Die Anleitung sieht vor, von der Mitte aus zu arbeiten. Sprich mittig mit dem Festnähen des Kragens zu beginnen und erst die eine Seite, dann von der Mitte aus die andere Seite festzunähen. Das hat mir sehr gut gefallen. Denn so kann man sicher gehen, dass der Stoff sich, sollte er sich beim Nähen verziehen, in beide Richtungen verzieht und keine Asymmetrie entsteht.
Da es sich bei meinem Oberstoff um Sweat handelt, wäre es sicher geschehen...


Anschließend wird das Revers, ebenfalls wieder ein Rechteck, angenäht. Die Nahtzugabe(die im Schnitt übrigens schon enthalten ist) des Revers und des Kragens habe ich übrigens auf 5mm zurückgeschnitten, da 3 bzw. 4 Lagen Sweat doch zu sehr gebeult haben. Ganz glücklich bin ich mit dem Ergebnis noch nicht. Die Nahtzugabe drückt sich immer wieder in Richtung Futter. Händisches Fixieren sah doof aus. Vielleicht nähe ich die Nahtzugabe einfach knappkantig ab, oder was meint ihr?

 

Nachdem die Nahttaschen genäht und die Seitennaht geschlossen wurde, folgen die Ärmel.
Die Ärmel sind im Schnitt eigentlich in 3 / 4- Länge vorgesehen. Hier müsst ihr jedoch aufpassen. Bei meiner kurzen Version waren die Ärmel knapp und haben eher Armbeugenlänge als 3/ 4...
Bei meinem langen Victoria Blazer wollte ich auch gerne lange Ärmel haben. Also so lange, dass die Ärmel, wenn die Manschetten runtergeklappt sind als Langarm durchgeht und wenn die Manschetten getragen werden wie vorgesehen, dann irgendwas zwischen 7 / 8 und 3 /4 . Die richtige Ärmellänge zu finden, war übrigens das schwierigste am gesamten Blazer...


Bevor ich die Ärmel gekürzt habe, habe ich übrigens noch die Schultern etwa 1,5cm nach innen versetzt. Bei der langen Version sah der Blazer einfach zu groß aus. Bei der kurzen Version hat es mich nicht gestört, obwohl ich die gleiche Größe (10) genäht habe. Sicherlich auch weil das Velour-Lederimitat bei weitem nicht so aufträgt wie der Sweat. Und da er leicht dehnbar ist, muss ich hier auch keinen Komfort-Kompromiss eingehen...


Damit der Komfort auch vollends erhalten bleibt, habe ich das Rückenteil des Futters 2 cm vom Bruch weggeschoben und habe im oberen Bereich ein paar Zentimeter abgenäht, so dass eine Kellerfalte entsteht.
Der Schnitt sieht beim Futter übrigens keine Ärmel vor. Das fand ich allerdings doof und hab einfach welche aus rostroten Seidentaft ergänzt. Nie wieder ohne Flutsche-Ärmel-Futter! Seitdem ich das bei meinem Wind- & Wetter-Parka so ausgeführt habe, weiß ich den Unterschied zwischen Flutsche-Ärmel oder nicht zu schätzen...


Anschließend wird das Futter eingesetzt. Auch hier wird wieder in der oberen Mitte am Kragen begonnen und dann einmal rechts und einmal links runter genäht. Dann das selbe Spiel für die untere Saumnaht und Wendeöffnung nicht vergessen.

Eigentlich ist keine Blende am unteren Saum vorgesehen. Da ich aber bei meiner kurzen Version das Problem hatte, dass sich das Futter immer rausschob und ich das Futter letztendlich mit Hexenstich an die Nahtzugabe fixiert habe, habe ich diesmal den Oberstoff 3 cm länger zugeschnitten. Das hat mir zwar wieder Probleme mit dem Revers eingehandelt (zu lang/ zu kurz/ eingenäht etc.) aber letztendlich habe ich auch hier die richtige Länge gefunden und von innen sieht es schön sauber aus...


Zuletzt werden die Manschetten angenäht. Da ich sie gerne klappen wollte, habe ich das Manschetten-Schnittteil halbiert und in Ober- und Futterstoff zugeschnitten. Diese werden dann mit französicher Naht an die Ärmel genäht.


Ich liebe diese Manschetten. Habe ich das schon erwähnt? Nichts gegen hochgekrempelte Ärmel, das sieht auch gut aus, und werde ich sicherlich auch mal machen wenn das rostrote Ärmelfutter zu meinem Oberteil passt, aber diese Manschetten...


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Victoria Blazer und habe ihn seit seiner Entstehung täglich ausgeführt (sofern das Wetter mitgespielt hat). Er lässt sich toll kombinieren, ist recht zurückhaltend und durch die Sprenkelung des Sweats nicht langweilig. Allgemein finde ich den Oberstoff toll. Diese gelben und roten Sprenkel geben den Blazer eine Tweed-Anmutung. Und auch der feingestreifte navy-weiße Futterstoff (den ich uuuunbedingt dazu haben wollte und nachdem ich mich dumm und dusselig gesucht habe) hat was klassisches an sich. Aber ich finde, durch den kastigen Schnitt, die Länge und den gerade Revers hat es mit klassichen Büroblazer nichts gemein... Oder?


Bevor es nun weitergeht mit der Girlfriends noch die Übersicht meiner Garderobe... 




Verlinkt mit MeMadeMittwoch, #ichnähemirmeineminigaredrobe2017,
Schnitt: Victoria Blazer , by hand London
Stoff: Cosy Sweat in navy über Kleewald Stoffe, navy-weiße Baumwolle über Delta Fabrics,  Seidentaft terracotta über activstoffe

Dienstag, 28. März 2017

Rosa und ich...

wir haben ein schwieriges Verhältnis...


Als Jugendliche wollte ich gerne, wie meine Freundinnen auch, pastellrosa tragen. Als ich in einem Bekleidungsladen eine puderrosane Bluse vor mich hielt, knallte mir eine Dame ein " die Farbe steht dir überhaupt nicht - das macht dich blass " an den Kopf. Es war sicherlich als guter Tipp gemeint und heute weiß ich dass sie recht hatte, aber diese Begegnung hat sich so eingeprägt, dass ich 15-20 Jahre später mich immer noch dran erinnern. Die Konsequenz war, dass seitdem die Farbe Rosa was für Mädchen und Pink was für Tussis (sorry) ist und ich die Farbe aus meinem Leben verbannt hatte. Weitestgehenst. Das ein oder andere Teil hat es zugegebenermaßen doch in meinen Schrank geschafft...

Letztes Jahr, bei der Farbberatung, stellte sich dann heraus, dass Koralle DIE Farbe für mich ist. Koralle - das Pink der Frühlingstypen. Jippie-yaey! Aber es war offensichtlich. Da war nichts dran zu rütteln...  Aber auch andere rosa Töne gehen für mich erstaunlich gut. Zum Beispiel Lachs. So wie der melierte Jersey über den ich zufällig kurz nach der Beratung gestolpert bin. Der musste also mit und wartete auf das richtige Projekt.


Als Selmin "rosa" bei den #12coloursofhandmadefashion als Monatsfarbe nomierte, war klar dass der lachfarbene Jersey endlich fällig ist. Genäht habe ich eine Tante Hertha von Echt Knorke. Wenn schon rosa, dann bitte was cooles! Deshalb sollte der Halsauschnitt und die Ärmeläume eigentlich auch mit braunem Lederschrägband eingefasst werden... Hab ich auch. Zu mindest den Ausschnitt. Aber leider, leider stand der Ausschnitt total unschön ab. Und was macht man dann?  Richtig - unser aller Lieblingsbeschäftigung- trennen. Und dann? Drüber schlafen und sich was neues überlegen...


Plan B für den zusätzlichen Coolness-Faktor, war dann die Labels... Das Detail mag ich an meinem
Jumper wirklich gerne, also warum auch nicht hier? Diesmal allerdings diesmal aus SnapPap...


Mit Hertha gesellt sich ein weiteres rosa Teil zu meiner Gaderobe. Denn das ein oder andere in lachs / aprikot / koralle gibt es hier mittlerweile schon. Und eine korallfarbene Bluse steht noch auf meiner ToSew-Liste, aber erstmal brauchte ich was schnelles...


Ich gestehe, dass ich mich in den Tönen ersatunlich wohl fühle. Trotz Mädchen- / Tussen-Farbe ;-)

Bleiben nun noch drei Fragen offen:
1.) Was mache ich jetzt mit dem vielen Lederschrägband?
2.) Wann schaffe ich meine korallfarbene Bluse?
3.) Welche Farbe kommt nun, liebe Selmin?


Verlinkt mit CreaDienstag, dienstagsdinge, HoT, #12coloursofhandmadefashion
Stoff: lachfarbener Jersey, Karstadt
Schnitt: Tante Hertha, Echt Knorke