Dienstag, 11. April 2017

Mein kleiner Michel...

Heute gibt es nur einen schnellen Post von mir - das Äffchen ist (mal wieder) krank...
Mir ist aufgefallen, dass ich euch noch gar nicht sein Hemd gezeigt habe. Dabei trägt er es sooo gerne.
Wenn er es trägt, läuft er immer ganz stolz rum und sagt: "Schau mal Mama, wie chic ich heute bin"
Und er hat recht, finde ich. Er sieht darin zum knutschen, ääähhh chic meine ich natürlich, aus.... Wie der kleine Michel von Lönneberga...

Ich weiß, unscharf, aber das Bild musste sein...


Vor allem, wenn seine Haare etwas länger sind (und er wieder dringend zum Frisör müsste) und er seine heiß geliebte Apfel-Wende-Kappe trägt. Die hat er sich zum Geburtstag von mir gewünscht. Eine seite oliv-grüner Feincord mit Apfel-Appli und die andere Seite mit echten "retro" Äpfeln.


Aber zurück zum Hemd...
Wie beim Hemd vom Räupchen habe ich den Schnitt Lenni aus der Ottobre 6/12 als Grundschnitt genommen. Auch hier habe ich auf den Kragen verzichtet und die durchgehende Knopfleiste zu einer kurzen Knopfleiste umgebastelt. Und natürlich hat es auch Riegel zum hochkrempeln...
Lenni fällt Breit aus. Daher habe ich es in 104er Breite und 116er Länge (Ärmel in 110) genäht.


Außerdem habe ich die Punkte geändert, die mir am ersten Hemd nicht so gut gefallen haben.
So ist der Steg nur noch 1,5 cm hoch. Die Falten im Rücken nicht mehr rechts und links außen, sondern zusammen in der Mitte und die Passe hinten ist gedopplet.



Ich finde, der Aufwand ein Kinderhemd zu nähen hat sich gelohnt, oder? Alleine schon für dieses, „Mama, schau mal wie chic ich bin“....<3 <3 <3



Verlinkt mit: CreaDienstag, KiddiKram, Made4Boys, für Söhne und Kerle
Stoff:Baumwoll-Webware von Stoff & Stil
Schnitt: Lenni, Ottobre 2/12

Montag, 3. April 2017

Cambag Tessa geht auch für Männer...

... behaupte ich jetzt mal tollkühn. Zu mindest habe ich eine für den Mann zum Geburtstag genäht.
Er hatte sich - oh, wunder! - eine Schutzhülle für seine kleine Pocketkamera gewünscht. Und wenn mein Mann mal ein Wunsch äußert, dann erfülle ich ihn den sehr gerne. Denn seine Standard-Antwort auf, was wünschst du dir, ist: "nix"...

Die Stoffwahl war diesmal unglaublich einfach. Ich hatte gar nicht speziell nach einem Stoff für die Kameratasche gesucht, sondern eigentlich nach dem passenden Futterstoff zu meinem Victoria Blazer und da war lag er. Der perfekte Stoff. Oder was könnte besser zu einer Kamera passen als die große weite Welt?

Der Stoff ist ein wunderbar weicher Baumwollstoff mit Rapporten aus China, Amerika und Australien/Neuseeland. Und zu Neuseeland haben wir eine ganz besonder Verbindung... Könnte kaum besser passen, nicht?


Eigentlich war die Tasche komplett aus dem Baumwollstoff geplant. Und eigentlich wollte ich den Schnitt basteln, aber dann kam Resa mit ihrer Cambag Tessa um die Ecke. Genau diese Form hatte ich mir für die Tasche vorgestellt! Also kurzer Hand zum Probenähen beworben und Glück gehabt.

Damit die Tasche pünktlich zum Geburtstag fertig ist, habe ich mit ihr begonne. Meine rote Tessa war das zweite Modell. Auch hier habe ich wieder Größe 2 genäht. Denn so passt die kleine Pocketkamera, Portmonnaie, Handy und Schlüssel locker rein. Auf das Außenfach habe ich auf Wunsch des Mannes verzichtet. Den hatte ich nämlich im Vorfeld den Taschenschnitt vorgelegt, um sein ok gebeten und die Größe abgesprochen. Alles andere war geheim.


Also auch die Kombination mit dem olivgrünen Feincord und der dunkelbraunen Lederpaspel.

Den Gurt habe ich mit einer Lederlasche an den Rechteckring genäht. Der Gurt ist ebenfalls aus dem Feincord. Hier habe ich noch ein Kunstlederband auf genäht. Passend zu der Paspel...


Und zur Echtleder-Schleife an dem silber-metallisierten Reißverschluss von Snaply...


Das Futter ist übrigens auch aus dem grünen Feincord. Das ließ sich jedoch nicht fotografieren...
Apropos Futter...
Mein Mann wollte die Tasche gerne etwas gepolstert haben. Daher habe ich die Tasche drei mal genäht. Einmal Futter, einmal mit den Resten Thermolam vom Hipster-Rucksack und einmal der Oberstoff.
Der Oberstoff ist verstärkt mit Schabracke. Keine gute Idee. Das Zeug gibt zwar einen 1 A Stand, ist jedoch viel zu steif um ordentlich um die Rundung zu kommen und beim Wenden knittert er fürchterlich. Zum Glück ließ es sich durch bügeln wieder etwas beheben.
Jedoch war ich so mit dem Gezerre an dem steifen Zeug beschäftigt, dass ich nicht richtig auf die Schnittmarken geachtet habe. Tja, jetzt sitzt der Gurt unterschiedlich hoch...


Der Mann hat's bisher nicht bemängelt...
Die Tasche ist bei weitem nicht perfekt, dafür mit viel Liebe, Schweiß und Blut...

Auch wenn das auf dem Bild nicht mein Mann, sondern mein Schwager ist- ihr entsinnt euch, die Tasche war geheim,finde ich, dass sie meinem Mann sehr gut steht und durchaus männertauglich ist. Oder was sagt ihr? Damit kann sich Mann doch auf die Straße trauen, oder?

Verlinkt mit: CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Söhne und Kerle, Taschen & Täschchen
Stoff: Eclectic Elements Expedition Multi" von Jim Holtz über Delta Fabrics, grüne Feincord Stoffmarkt, Reißverschluss von Snaply
Schnitt: Cambag Tessa von CreaResa

Donnerstag, 30. März 2017

Cambag Tessa...

Letzte Woche gab es auf Instagram schon den Teaser für die Cambag Tessa von CreaResa zu sehen. Allerdings war es das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann. Dem gefällt die Tasche aber so gut, dass er sie nicht an mich antreten mag. Pffffft... Und weil ich ein bisschen neidisch war, hab ich auch eine für mich genäht. In knallrotem Kunstleder.



Dafür ohne Schischi... Ok, fast. Das quastenähnliche Ding am vorderen Reißverschlussfach konnte ich mir nicht verkneifen...



Und anstatt den Träger einfach an den Karabiner zu nähen, habe ich sie mit Buchschrauben befestigt. Die passen einfach toll zu den silbernen Reißverschlüssen von snaply... Allgemein war ich begeistert wie toll das rote Kunstleder und das Rot der Reißverschlüsse zusammen passt.



Genäht habe ich übrigens die Größe 2. Das ist für mich die perfekte Größe. Es passt Portemonnaie, Handy, Schlüssel und die Sonnenbrille rein. Mehr brauche ich nicht, wenn ich nicht ins Büro muss...



Die Tasche benötigt übrigens relativ wenig Stoff. Ich hatte ein 50 x 70 cm großes Kunstlederstück. Wie ihr seht, ist die komplette Außentasche inkl. Gurt und Gehänge draus entstanden und ich habe noch etwas übrig... Die Tasche ist daher super, um auch besondere Stoffschätze, wie es einige andere Probenäherinnen gemacht haben, in Szene zu setzten. 
Oder auch Reste zu verwerten. So habe ich z.B. die Reste von meiner LMV-Flamingo-Bluse für das Futter verwendet. Auch hier hat das Rot einfach perfekt gepasst und ich hab gleich eine optimale Kombinationsmöglichkeit zur Tasche...



Was gibt es ansonsten noch zur Cambag Tessa zu sagen?
Bei meiner Tasche habe ich mich exakt ans E-book gehalten (bei der meines Mannes nicht) und ich hatte keine Probleme beim Nähen. Dabei bin ich absolut keine geübte Taschennäherin.
Sicher, mal muss akurat arbeiten und sollte schon mal einen Reißverschluss eingenäht haben oder zu mindest einen Oberstoff wählen, der Fehlstiche und Auftrennarbeiten verzeiht. Aber ansonsten birgt der Schnitt keine übermäßigen Schwierigkeiten. Das E-book wirklich super gut erklärt. Und alle, ohne Ausnahme, haben tolle Taschen zustande gebracht.


Traut euch einfach!
Den Schnitt erhaltet ihr noch bis zum 11. April 2017 zum Vorzugspreis bei Resa im Shop.

Verlinkt mit Rums, Taschen und Täschchen
Schnitt: Cambag Tessa, CreaResa
Stoff: hochrotes Kunstleder von Swafing über Stofftanten, Futter Bestand, Reißverschlüsse von Snaply, sonstiges Zubehör vom Stoffmarkt

Und da nun auch schon der März fast zu Ende ist, quasi 1/4 Jahr, wird es Zeit ein Blick auf meine Stoffabbau-Statistik zu werfen:
Vernähte Meter: -12,3 m
Neu gekaufte Stoffe: + 13,8 m
Stand Stoffkiste somit: +1,5 m
Stand Upcycling Kiste: - 4 Teil 

Läuft nicht so würde ich sagen...


Mittwoch, 29. März 2017

Victoria Blazer...

 Wisst ihr womit mein Pinterest-Board voll ist? Mit legeren Blazer-Looks. Sprich Blazer, lockeres Shirt und Boyfriend / Usedlook-Jeans. Jetzt könnt ihr raten was sich nicht in meinem Kleiderschrank befindet... Genau. Weder ein Blazer, noch eine solche Hose.
Nach Blazern habe ich schon öfters gesucht und bin nie fündig geworden. Mein Körperbau ist einfach nicht für gemacht. Zu breiter Rücken, zu wenig Brust, zu lange Spaghettiarme...
Beruflich muss ich zum Glück keine Blazer tragen. Die meisten die mir bisher begegnet sind, sind mir einfach zu formell. Mir schwebt da was deutliche legeres vor.

 
Fündig geworden bin ich letztendlich bei by hand London mit dem Victoria Blazer. Ich mag den kastigen Schnitt, die Taschen, das gerade Revers und ganz besonders die Manschetten! Der Schnitt kommt in drei Versionen daher. In kurz (bis ca. Taille), in lang (bis ca. Mitte Hüftknochen) und als lange Weste.


Die kurze Version hatte ich schon im Sommer zu meinem Tanja-Kleid genäht. Daher barg der Schnitt keine Überraschungen mehr. Aber da war das Jäckchen nur Beiwerk und ich bin nicht groß drauf eingegangen. Das möchte ich heute, wenn ich euch meine lange Version vorstelle, nachholen.

Der Schnitt war mein erstes englisches Schnittmuster und ich hatte gehörig Respekt! Mein englisch ist unterirdisch und näh-englisch nicht vorhanden. Und dann noch ein Blazer... Aber die Angst war völlig unbegründet. Die Arbeitsschritte sind mit technischen Zeichnungen gut bebildert. So war es zu mindest letztes Jahr. Da gab es den Schnitt noch auf Seidenpapier und wunderhübschen Booklet...Heute erhält man ihn leider nur noch als PDF... An der Anleitung wird sich sicherlich nicht so viel geändert haben...

Anfangs war ich sehr irritiert über die beiden Vorderteile und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich das zusammenfügen soll. Aber hinter dem sonderlichen Gebilde verbirgt sich nichts anders als ein Abnäher...


Hier auf dem Foto kann man ihn gut erkennen.


An die Vorderteile des Oberstoffes wird der Kragen angesetzt. In diesem Fall nichts anderes als ein Rechteck, welches im Bruch gefaltet, an den kurzen Seiten zugenäht wird. Also ziemlich simpel... Die Anleitung sieht vor, von der Mitte aus zu arbeiten. Sprich mittig mit dem Festnähen des Kragens zu beginnen und erst die eine Seite, dann von der Mitte aus die andere Seite festzunähen. Das hat mir sehr gut gefallen. Denn so kann man sicher gehen, dass der Stoff sich, sollte er sich beim Nähen verziehen, in beide Richtungen verzieht und keine Asymmetrie entsteht.
Da es sich bei meinem Oberstoff um Sweat handelt, wäre es sicher geschehen...


Anschließend wird das Revers, ebenfalls wieder ein Rechteck, angenäht. Die Nahtzugabe(die im Schnitt übrigens schon enthalten ist) des Revers und des Kragens habe ich übrigens auf 5mm zurückgeschnitten, da 3 bzw. 4 Lagen Sweat doch zu sehr gebeult haben. Ganz glücklich bin ich mit dem Ergebnis noch nicht. Die Nahtzugabe drückt sich immer wieder in Richtung Futter. Händisches Fixieren sah doof aus. Vielleicht nähe ich die Nahtzugabe einfach knappkantig ab, oder was meint ihr?

 

Nachdem die Nahttaschen genäht und die Seitennaht geschlossen wurde, folgen die Ärmel.
Die Ärmel sind im Schnitt eigentlich in 3 / 4- Länge vorgesehen. Hier müsst ihr jedoch aufpassen. Bei meiner kurzen Version waren die Ärmel knapp und haben eher Armbeugenlänge als 3/ 4...
Bei meinem langen Victoria Blazer wollte ich auch gerne lange Ärmel haben. Also so lange, dass die Ärmel, wenn die Manschetten runtergeklappt sind als Langarm durchgeht und wenn die Manschetten getragen werden wie vorgesehen, dann irgendwas zwischen 7 / 8 und 3 /4 . Die richtige Ärmellänge zu finden, war übrigens das schwierigste am gesamten Blazer...


Bevor ich die Ärmel gekürzt habe, habe ich übrigens noch die Schultern etwa 1,5cm nach innen versetzt. Bei der langen Version sah der Blazer einfach zu groß aus. Bei der kurzen Version hat es mich nicht gestört, obwohl ich die gleiche Größe (10) genäht habe. Sicherlich auch weil das Velour-Lederimitat bei weitem nicht so aufträgt wie der Sweat. Und da er leicht dehnbar ist, muss ich hier auch keinen Komfort-Kompromiss eingehen...


Damit der Komfort auch vollends erhalten bleibt, habe ich das Rückenteil des Futters 2 cm vom Bruch weggeschoben und habe im oberen Bereich ein paar Zentimeter abgenäht, so dass eine Kellerfalte entsteht.
Der Schnitt sieht beim Futter übrigens keine Ärmel vor. Das fand ich allerdings doof und hab einfach welche aus rostroten Seidentaft ergänzt. Nie wieder ohne Flutsche-Ärmel-Futter! Seitdem ich das bei meinem Wind- & Wetter-Parka so ausgeführt habe, weiß ich den Unterschied zwischen Flutsche-Ärmel oder nicht zu schätzen...


Anschließend wird das Futter eingesetzt. Auch hier wird wieder in der oberen Mitte am Kragen begonnen und dann einmal rechts und einmal links runter genäht. Dann das selbe Spiel für die untere Saumnaht und Wendeöffnung nicht vergessen.

Eigentlich ist keine Blende am unteren Saum vorgesehen. Da ich aber bei meiner kurzen Version das Problem hatte, dass sich das Futter immer rausschob und ich das Futter letztendlich mit Hexenstich an die Nahtzugabe fixiert habe, habe ich diesmal den Oberstoff 3 cm länger zugeschnitten. Das hat mir zwar wieder Probleme mit dem Revers eingehandelt (zu lang/ zu kurz/ eingenäht etc.) aber letztendlich habe ich auch hier die richtige Länge gefunden und von innen sieht es schön sauber aus...


Zuletzt werden die Manschetten angenäht. Da ich sie gerne klappen wollte, habe ich das Manschetten-Schnittteil halbiert und in Ober- und Futterstoff zugeschnitten. Diese werden dann mit französicher Naht an die Ärmel genäht.


Ich liebe diese Manschetten. Habe ich das schon erwähnt? Nichts gegen hochgekrempelte Ärmel, das sieht auch gut aus, und werde ich sicherlich auch mal machen wenn das rostrote Ärmelfutter zu meinem Oberteil passt, aber diese Manschetten...


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Victoria Blazer und habe ihn seit seiner Entstehung täglich ausgeführt (sofern das Wetter mitgespielt hat). Er lässt sich toll kombinieren, ist recht zurückhaltend und durch die Sprenkelung des Sweats nicht langweilig. Allgemein finde ich den Oberstoff toll. Diese gelben und roten Sprenkel geben den Blazer eine Tweed-Anmutung. Und auch der feingestreifte navy-weiße Futterstoff (den ich uuuunbedingt dazu haben wollte und nachdem ich mich dumm und dusselig gesucht habe) hat was klassisches an sich. Aber ich finde, durch den kastigen Schnitt, die Länge und den gerade Revers hat es mit klassichen Büroblazer nichts gemein... Oder?


Bevor es nun weitergeht mit der Girlfriends noch die Übersicht meiner Garderobe... 




Verlinkt mit MeMadeMittwoch, #ichnähemirmeineminigaredrobe2017,
Schnitt: Victoria Blazer , by hand London
Stoff: Cosy Sweat in navy über Kleewald Stoffe, navy-weiße Baumwolle über Delta Fabrics,  Seidentaft terracotta über activstoffe

Dienstag, 28. März 2017

Rosa und ich...

wir haben ein schwieriges Verhältnis...


Als Jugendliche wollte ich gerne, wie meine Freundinnen auch, pastellrosa tragen. Als ich in einem Bekleidungsladen eine puderrosane Bluse vor mich hielt, knallte mir eine Dame ein " die Farbe steht dir überhaupt nicht - das macht dich blass " an den Kopf. Es war sicherlich als guter Tipp gemeint und heute weiß ich dass sie recht hatte, aber diese Begegnung hat sich so eingeprägt, dass ich 15-20 Jahre später mich immer noch dran erinnern. Die Konsequenz war, dass seitdem die Farbe Rosa was für Mädchen und Pink was für Tussis (sorry) ist und ich die Farbe aus meinem Leben verbannt hatte. Weitestgehenst. Das ein oder andere Teil hat es zugegebenermaßen doch in meinen Schrank geschafft...

Letztes Jahr, bei der Farbberatung, stellte sich dann heraus, dass Koralle DIE Farbe für mich ist. Koralle - das Pink der Frühlingstypen. Jippie-yaey! Aber es war offensichtlich. Da war nichts dran zu rütteln...  Aber auch andere rosa Töne gehen für mich erstaunlich gut. Zum Beispiel Lachs. So wie der melierte Jersey über den ich zufällig kurz nach der Beratung gestolpert bin. Der musste also mit und wartete auf das richtige Projekt.


Als Selmin "rosa" bei den #12coloursofhandmadefashion als Monatsfarbe nomierte, war klar dass der lachfarbene Jersey endlich fällig ist. Genäht habe ich eine Tante Hertha von Echt Knorke. Wenn schon rosa, dann bitte was cooles! Deshalb sollte der Halsauschnitt und die Ärmeläume eigentlich auch mit braunem Lederschrägband eingefasst werden... Hab ich auch. Zu mindest den Ausschnitt. Aber leider, leider stand der Ausschnitt total unschön ab. Und was macht man dann?  Richtig - unser aller Lieblingsbeschäftigung- trennen. Und dann? Drüber schlafen und sich was neues überlegen...


Plan B für den zusätzlichen Coolness-Faktor, war dann die Labels... Das Detail mag ich an meinem
Jumper wirklich gerne, also warum auch nicht hier? Diesmal allerdings diesmal aus SnapPap...


Mit Hertha gesellt sich ein weiteres rosa Teil zu meiner Gaderobe. Denn das ein oder andere in lachs / aprikot / koralle gibt es hier mittlerweile schon. Und eine korallfarbene Bluse steht noch auf meiner ToSew-Liste, aber erstmal brauchte ich was schnelles...


Ich gestehe, dass ich mich in den Tönen ersatunlich wohl fühle. Trotz Mädchen- / Tussen-Farbe ;-)

Bleiben nun noch drei Fragen offen:
1.) Was mache ich jetzt mit dem vielen Lederschrägband?
2.) Wann schaffe ich meine korallfarbene Bluse?
3.) Welche Farbe kommt nun, liebe Selmin?


Verlinkt mit CreaDienstag, dienstagsdinge, HoT, #12coloursofhandmadefashion
Stoff: lachfarbener Jersey, Karstadt
Schnitt: Tante Hertha, Echt Knorke

Dienstag, 28. Februar 2017

Streifen über Streifen...

Ich weiß nicht wie es euch geht - aber hier ist schon alles auf Frühling eingestellt. Ich habe keine Lust mehr auf dicke Pullis und die gesättigten Herbstfarben. Da kam mir Selmins Farbwahl bei #12colorsofhandmadefashion gerade recht -beige. Oder wie es mir besser gefällt- sand. Das klingt nicht so omahaft...  Sand ist für mich als Frühlings- / Sommer-Basisfarbe perfekt.


Und es ist eeeendlich an der Zeit eine Idee vom letzten Jahr umzusetzten.
Beim Surfen hatte ein gekauftes 3/4-Arm-Shirt mit amerikanischem Ausschnitt mit blauen und roten Ringeln gesehen. Genau so eins - das wärs... Tja, aber auf dem Stoffmarkt war damals partout kein ordentlicher blau-weißer Ringelstoff zu finden. Stattdessen sand-weiß.
Und dann verschwand der Stoff in der Kiste... Erst mangels Schnitt - das Bronte Shirt und die Lady Orphelia sagten mir nicht zu und dann war Herbst und mir stand der Kopf nicht mehr nach den hellen Farben...


 
Umgesetzt habe ich die Idee nach dem Schnitt Poetic Lace aus der Ottobre 5/2016. Theoretisch. Denn Praktisch habe ich einiges geändert.
Aus dem Kleid ist ein Shirt geworden. Aus Langarm 3/4-Arm. Auch der Ausschnitt wird eigentlich anders gearbeitet. Die Streifenversäuberung wird nach innen als Beleg geklappt und ist eigentlich nicht sichtbar. Aber die hellen Streifen hätten mich zu blass gemacht. Und bei dem Inspirationbild war der Ausschnitt auch rot eingefasst...

 

Die Unterteilungen stammen auch vom Inspirationsbild. Allerdings hätte ich gerne noch mehr hell geringelt gehabt und weniger Rotanteil. Tja, war nicht, wegen Stoff alle.
Memo an mich - ein 50cm-Cupon reicht gerade bis zur Taille. Bei einem normal Shirt. Nicht bei einem amerikanischem Ausschnitt wo die Überlappung der Schulter noch am hinteren Schnitteil vorgesehen sind...


 
Im Nachgang habe ich den Schnitt übrigens noch ein wenig mehr tailliert.
Auf Grund der Unterteilungen ist es nicht mehr so schön gefallen. Und beim Durchsehen der Bilder ist mir aufgefallen, dass die Ärmel am Oberarmbereich doch noch ein bisschen enger sein könnten. Nicht viel- nur ein bisschen...


Auch wenn ich hier meine Nase in die Sonne halte, die ersten wärmenden Strahlen und das Vogelgezitscher genieße, ist es noch ein bisschen frisch für. Deshalb muss gleich wieder meine Jacke drüber...


Grundsätzlich bin ich aber ganz zufrieden mit dem Shirt. Es lässt sich unglaublich gut kombinieren. Meine Hosen und Cardigans haben fast ausschließlich neutrale Farben. Da kann ich nach Lust und Laune mixen. Die Kontrastfarbe ist im Shirt schon eingearbeitet. Denn sand mit sand zu sand finde ich langweilig. Zu mindest an mir.

Hier einige weitere Kombinations-Beispiele:
Danke an Christine von Schneidersitz- für die Idee mit den Flatlays. Die fand ich so gut, dass ich sie mir glatt mopsen musste ;-)



Besonders freue ich mich drüber, dass das Shirt so gut zu meinem sandfarbenen Cardigan Rosina  (LMV 3/16)  passt. In Kombination zu meiner blauen Jeans und meinem braunen geflochtenen Gürtel wirkt es schön sommerlich légère.


Oder die etwas maskulinere Version mit meinem blauen Cardigan Mélange Knit (Ottobre 2/15) und dem rotbraunen Gürtel.


Und wenn es mal chic kombiniert sein soll, würde mir das Shirt zu meiner sandfarbenen Jeans (eigner Schnitt) mit cognacfarbenen Gürtel und meinem taupfarbenen Cardigan gefallen. Vielleicht sogar mit dezentem eng am Hals liegenden Goldkettchen...?

Und was sagt ihr? Welche Kombination gefällt euch am Besten? Oder fallen euch noch gar weiter Kombinationen ein, an die ich noch gar nicht gedacht habe?

Verlinkt mit: credienstag, #12colorsofhandmadefashion
Schnitt: Poetic Lace, Ottobre 5/16
Stoff: Jersey, Stoffmarkt

Donnerstag, 9. Februar 2017

Das Fräulein Lenz und ich...

...Wir hatten einen schweren Start.
Denn bei meiner Mini Garderobe wurde es von der Cheyenne  ausgestochen. Und das obwohl der Schnitt von Lotte & Ludwig ewig zur Hälfte abgepaust rum lag. Sogar der Stoff war schon ausgesucht. Aber ich war mir nicht wirklich sicher ob der Schnitt wirklich was für mich ist. Denn er ist nicht Relaxed fit. Auch nicht Loose fit. Sondern Oversize...



Aber dann rief Elke zum Blusen Sew-Along auf...Zeit hatte ich keine und wollte daher gar nicht mitmachen und beim Schnitt war ich mir immer noch unsicher - aber wenn nicht jetzt, wann dann...?


Der Schnitt birgt kaum typischen Schwierigkeiten einer Bluse. Es gibt keine Passformprobleme, da Oversize. Es gibt keine 1000 Schnittteile, keine Manschetten oder Ärmelschlitze... Aber Stehkragen / Kragen und Knopfleiste. Und zwei eckige Passen die akurat eingesetzt werden wollen...


Und dann wäre da auch noch der Stoff. Der Schnitt benötigt weichfallende Stoffe. D.h. Viskose, Crepe, Seide, Voile und andere Stoff-Fieslinge sind für den Schnitt prädestiniert....
In meinem Fall ist es ein karamellfarbener Viskosetwill. Und der war perfekt dafür geeigent.


Der Zuschnitt war nicht ohne. Ich war sehr froh, über meine paar wenigen Schnittteile. Das Nähen ging erstaunlich gut. Dachte ich. Bis ich feststellte, dass mir, nach einsetzten der Passen an den Schultern, einige Zentimeter fehlten. Da man aber an den Passen, um um die Ecken zu kommen, die Ecken einschneiden muss und mein Twill sehr franzanfällig ist, habe ich mich nicht getraut, wieder aufzutrennen und mein Glück erneut zu versuchen. Ich habe das Problem einfach ignoriert.
War was? Ich finde, man sieht nichts davon...


Tja, und dann war da noch die Sache mit den Stecknadeln und den Fäden... Die in der Bluse steckenden Stecknadeln haben auf misteriöse Weise - nachts, klammheimlich - Fäden gezogen. An mehreren Stellen. Da war sie nun zwar fast ganz fertig meine Bluse, aber mit unschönen Schlingen...Dämpfen brachte nichts. Und die  Schlingen waren auch nicht groß genug um sie durch ein Nadelöhr zu friemeln und nach innen zu ziehen. Also habe ich mir was anderes überlegt.


Ich habe mir einen Hilfsfaden (türkis) genommen und mit der Nadel durch die gebildete Schlinge gezogen (Bild links). Dann habe ich die Nadel direkt neben der Schlinge zur Hälfte in den Stoff versenkt und anschließend das andere Ende des Hilfsfadens ebenfalls durch das Nadelöhr gezogen. So hat sich quasi eine Schlinge um die Schlinge gebildet. (Bild Mitte) Und wenn man nun die Nadel auf die andere Seite zieht und dabei drauf achtet, dass beide Enden mit durch den Stoff kommen, ziehen sie die Schlinge mit auf die Innenseite (Bild rechts). So sieht sie von außen zu mindest wieder top aus.

Ein paar Kleinigkeiten gab es dann noch zu erledigen. So hatte ich die Ärmel von 3/4 Arm auf Langarm verlängert und gesäumt. Das gefiel mir aber nicht so richtig. Gerne hätte ich eine schmale Manschette im Nachhinein dran gebastelt, aber die Knöpfe der Knopfleiste habe ich als zu groß dafür empfunden und kleinere gab es die nicht. Also habe ich mich dazu entschlossen, ein Gummi einzuziehen. So gefällt mir der Ärmel richtig gut. Und ich kann immer noch die Ärmel hochschoppen und 3/4 Arm tragen.


Auch insgesamt bin ich mit meinem Fräulein Lenz recht zufrieden. 2 Kleinigkeiten würde ich beim nächsten mal ändern. So würde ich zum Beispiel die Knopfleisteninnen (gibt es dafür ein Wort?) verdoppeln, so dass man innen nicht die Versäuberung der Knopfleiste, sondern nur den Stoffbruch. Dann könnte man die Knopfleiste auch offen tragen... Und ansonsten würde ich den obersten Knopf noch etwas weiter oben ansetzten. Da wird zwar das oberste Knopfloch schwieriger zu nähen, aber dann dellt die Leiste oben am Steg nicht so ein. Auf den obersten Knopf im Steg habe ich übrigens bewusst verzichtet. Das gefällt mir einfach besser.


Meine Zweifel ob der Schnit was für mich ist, sind auf jeden Fall verflogen. Ich fühle mich in der Bluse sehr wohl. Und freue mich, dass der SewAlong mir endlich den fehlenden Anstupser gab...


Am Sonntag habe ich mein Fräulein Lenz bereits ins Restaurant ausführen. In chic kombiniert. Also für meine Verhältnisse...Mit meiner sandfarbenen Jeans und meinem taupfarbenen Cardigan. Für mich ungewohnt monochrom, dafür aber sehr passend zu Selmin Farbmotto der #12colorsofhandmadefashion....


Die Fotos sind irgendwann nachmittags entstanden, als wir uns mal kurz von der Gesellschaft abseilen konnten. Entsprechend knitterig war dann der Stoff. Dass die Bluse anfänglich gebügelt war, müsst ihr mir jetzt einfach glauben...


Verlinkt mit Rums, EllePuls
Stoff: Viskosetwill von Stoff & Stil (Online nicht mehr verfügbar)
Schnitt: Fräulein Lenz, Lotte & Ludwig